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... Anders als die Zeichnerin, die das Telefon wie beiläufig als
einen ihrer motivisch-assoziativen Ausgangspunkte für die Verfolgung
eines philosophischen und konzeptuellen Ansatzes nutzt, verweist die
Herangehensweise von Thomas Egeler alias „4000“, der aktuelle Trends
aufgreift und mit Witz und ironischer Distanz reflektiert und kommentiert,
auf soziologisch-gesellschaftliche Fragestellungen. Egeler, 1963 in
Heilbronn
geboren, arbeitet seit seiner Ausbildung zum Werbegrafiker als Künstler,
Grafiker, Texter und Galerist in Hamburg und Berlin. Seine Arbeiten sind,
was Genre und Technik betrifft, „Cross-over-Produkte“: vielfältig,
uneindeutig und darin paradoxerweise sehr genau.
Zwischen 1990 und 2005 entstanden Entwürfe für Plattencover, Buchumschläge,
künstlerische Arbeiten und Zeichnungen sowie Texte für Zeitschriften und
Zeitungen.
Auch Thomas Egeler arbeitet häufig in offenen Serien, so etwa in der Reihe
„Handy, Handy“.
Es sind, so der Künstler, gezeichnete Kommentare, ist seine „teils
satirische, teils sarkastische
Meinung“ zum Handyboom und dessen Vermarktung, insbesondere die Verbreitung
unter Jugendlichen.
Wie Illustrationen einer empirischen Studie reihen die Zeichnungen gängige
Trends und Reaktionen auf,
deren vermeintliche Normalität jedoch durch Form und Charakter der
Zeichnungen zugleich
wieder infrage gestellt wird.
Die Arbeiten kombinieren in eigenwilliger Form Bild und Text, changieren
zwischen Gemälde,
lockerer Freihandskizze, Werbezeichnung und Comic. In der Regel sind die
dargestellten Objekte,
die sich äußerlich nur minimal unterscheiden und nicht als reale
Handymodelle oder -marken identifizierbar sind,
schräg ins Bild gesetzt oder ragen in das Bildfeld hinein. Unterschiedliche
Werbesprüche oder Kommentare,
mit schneller Geste aufs Bild gepinselt, sind über das Motiv gesetzt und
preisen variantenreich die Funktion
des Modells. Andere Arbeiten kombinieren die Zeichnung mit bunten
Werbeaufklebern.
Schrift und Text spielen in Egelers Werken eine große Rolle. In einigen
seiner Arbeiten wie „words only“
werden Schrift und Text zu reduzierten und wirkungsvollen Gestaltungsmitteln
und sind gleichzeitig Motiv
des Bildes. Auf anderen Bildern der Handy-Serie gehen Text und Bild eine
stimmige Verbindung ein.
Das skizzierte Objekt korrespondiert mit den teils in Signalfarbe
aufgebrachten Schriftzügen,
die an Graffiti erinnern. Im Zusammenwirken mit ihrer flüchtigen Erscheinung
konterkarieren sie
die Anspielung auf die Werbung. Bezeichnungen wie „Rolex“ oder Golduhr
verweisen auf den –
seit den Anfangstagen des Telefons gegebenen – Prestigecharakter des
Mediums.
Kein Wunder also, dass zum „Handy mit Lottozahlen“, dem „Handy für girls“,
dem „jetzt mit noch kleineren
Tasten“ die Kopfzeichnung eines Jugendlichen kommt, der „auch Handy haben
will“.
Die Künstlersignatur „4 000“ ist scheinbar genauso passend wie zufällige
Preisangaben auf undefinierbaren Aufklebern –
durch ihre Kombination werden Sprüche, Preise und Konsumartikel ad absurdum
geführt.
Zugleich entfaltet die Serie durch die Variabilität, Farbigkeit und die
Text-Bild-Kombinationen eine
visuelle Dynamik, die den Betrachter in den Bann zieht. ...
Dr. Anja Eichler für DAS ARCHIV, Magazin für Post- und
Kommunikationsgeschichte
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